Binnenfischerei

"Fischereiforschung in der Praxis für die Praxis"

Probewiegen © ZienertInstitut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow (IfB)

Das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow (IfB) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der anwendungsorientierten fischereilichen Forschung in Binnengewässern und fungiert seit seiner Neugründung 1992 als eingetragener gemeinnütziger Verein. Trägerländer sind die für Landwirtschaft zuständigen Ministerien der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Neben den von diesen Ländern geförderten Projekten finanziert sich das Institut durch Einwerbung von Forschungsgeldern unterschiedlichster Fördergeber anderer Bundesländer, des Bundes, der EU sowie durch fachliche Dienstleistungen für verschiedenste öffentliche und private Auftraggeber.

Mit seinen Arbeiten fungiert das IfB als Brücke und Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und Praxis. Das Hauptziel der heutigen und zukünftigen Institutsarbeit besteht darin, durch eine eng an praktischen Fragestellungen orientierte Forschung wissenschaftliche Grundlagen und anwendungsbereite Erkenntnisse für eine tragfähige und erfolgreiche Erwerbs- und Angelfischerei einschließlich Aquakultur sowie fachlich untermauerte fischereipolitische Entscheidungen zu schaffen.

Die Ausrichtung des Instituts deckt über vier fachwissenschaftliche Arbeitsbereiche zentrale Aspekte der angewandten Fischereiwissenschaften ab. Zum breit gefächerten Spektrum gehören z.B. Untersuchungen zur Dynamik von Fischbeständen in Seen und Flüssen, die Entwicklung, Erprobung und Begleitung von Maßnahmen für den Erhalt bzw. die Wiederherstellung einer naturnahen Fischfauna, die Erarbeitung fischereilicher Nutzungskonzepte für Tagebauseen, die Entwicklung wassersparender und emissionsarmer Technologien für die Fischhaltung in Aquakultur-Anlagen sowie Untersuchungen zur Sicherung optimaler Fischgesundheit und Produktqualität.

Alleinstellungsmerkmal

Das IfB repräsentiert die größte Institution der anwendungsorientierten Fischereiforschung in Deutschland. Es unterscheidet sich insbesondere durch seine primäre Ausrichtung auf angewandte Themen und Fragestellungen grundlegend von Einrichtungen der Grundlagenforschung sowie limnologisch/fischereibiologischen Arbeitsgruppen an Universitäten und Hochschulen. Der Mitarbeiterpool aus Wissenschaftlern und Technikern verfügt über weitreichende Expertise zu vielfältigen Fragestellungen im binnenfischereilichen Sektor und auf angrenzenden Fachgebieten.
Am IfB ermöglicht der rechtliche Status eines eingetragenen Vereins eine sehr flexible, effektive und thematisch breite angewandte Fischereiforschung, was das Institut von fischereilichen Landesanstalten in anderen Bundesländern unterscheidet. Auf dieser Basis hat sich hier eine praxisbezogene Fischereiforschung in größerem Umfang mit Vorsorgecharakter erhalten können.

 

Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow
Standort: 14469 Potsdam, OT Groß Glienicke, Im Königswald 2
Gründungsjahr: 1992
Institutsleitung: Dr. Uwe Brämick (wiss. Direktor)
Kennzahlen 2014 2015
Haushalt (Mio €) 2,160 2,300
Förderanteil BB in € 472.500 513.000
Mitarbeiter 25 26
Ausbildung (Lehrlinge, Meister, Praktikanten, Bachelor, Master) 3 4

Weiterbildung/Lehrveranstaltungen/Tagungen

- Teilnehmer

2

150

2

165

Berufungen/Lehraufträge 4 4
Verbundvorhaben/Netzwerke 15 15
Veröffentlichungen (wiss. + praxisorientiert) 20 35
Quelle: MLUL, Referat 33

Website: www.ifb-potsdam.de

 

Aktuelle Forschungsthemen:

Verfahrens zur Phosphor-Elimination im Ablaufwasser geschlossener Kreislaufanlagen zur Kultivierung aquatischer Organismen

Die Zielsetzung des Forschungsvorhabens bestand in der Entwicklung und Erprobung eines praxistauglichen Verfahrens zur Elimination von Phosphor (P) aus dem Ablaufwasser von Kreislaufanlagen zur Erzeugung aquatischer Organismen. Das Verfahrensprinzip der Phosphorfällung wurde an die in Kreislaufanlagen vorherrschenden Bedingungen angepasst.
Die Kombination von Eisen(III)chlorid und Calciumhydroxid als Fäll- und Flockungshilfsmittel stellte sich in den Laboruntersuchungen mit Blick auf Eliminationsleistung und Umweltauswirkungen als am besten geeignet heraus. Das auf dieser Basis von den Kooperationspartnern für die Praxis entwickelte, kompakte, im automatischen Batchbetrieb arbeitende P-Modul verfügt über einen 500 l fassenden Reaktionsbehälter. Es erlaubt die Reduzierung der Phosphoremission aus dem Ablaufwasser einer Kreislaufanlage für eine Jahresfischerzeugung von rund 25 t um 95 % auf P-Konzentrationen im Ablaufwasser von 0,5 mg/l.

Letzte Aktualisierung: 07.06.2016