Direktzahlungen

"Marktgerechte individuelle Unterstützung"

Betriebsanlage © MLUL; OffergeldMit einer Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu Weltmarktpreisen bei Einhaltung europäischer, sozialer und ökologischer Standards kann ein Landwirt ohne Direktzahlungen kaum ein angemessenes Einkommen erzielen.

Entsprechend begründet die Kommission die Vorschläge zur GAP in ihrer Vorlage KOM (2010) 672/5 an das Europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen, wie folgt:

„ …. die künftige GAP sollte eine starke gemeinsame, in zwei Säulen gegliederte Politik sein."

Zusammengefasst wurden die folgenden strategischen Ziele empfohlen:

  • Erhaltung des Potenzials für die Erzeugung von Nahrungsmitteln auf einer nachhaltigen Grundlage in der gesamten EU, um die langfristige Ernährungssicherheit in Europa zu gewährleisten und zur Deckung des wachsenden weltweiten Nahrungsmittelbedarfs beizutragen, der nach Schätzungen der FAO bis 2050 um 70 % ansteigen dürfte. Die jüngsten Fälle einer gestiegenen Marktinstabilität, die durch den Klimawandel häufig noch verschärft wird, lassen diese Tendenzen und Belastungen noch deutlicher zutage treten. Die Fähigkeit, für Ernährungssicherheit zu sorgen, ist für Europa eine wichtige langfristige Aufgabe und kann nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden.
  • Unterstützung von landwirtschaftlichen Gemeinschaften, die die Europäer mit hochwertigen und vielfältigen Qualitätsnahrungsmitteln beliefern, die auf nachhaltige Weise im Einklang mit unseren Anforderungen in Bezug auf Umwelt, Gewässer, Tiergesundheit, Tierschutz, Pflanzengesundheit und öffentliche Gesundheit produziert werden. Die aktive Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen durch die Landwirte ist ein wichtiges Instrument, das zur Erhaltung des Landschaftsbilds, zur Bekämpfung des Biodiversitätsverlusts und zum Klimaschutz sowie zur Anpassung an den Klimawandel beiträgt, einer wesentlichen Grundlage für dynamische Gebiete und langfristige wirtschaftliche Rentabilität.
  • Erhaltung lebensfähiger ländlicher Gemeinschaften, für die die Landwirtschaft eine wichtige wirtschaftliche Tätigkeit ist, mit der lokale Arbeitsplätze geschaffen werden. Hieraus ergibt sich eine Vielzahl wirtschaftlicher, sozialer, ökologischer und gebietsbezogener Vorteile. Ein signifikanter Rückgang der lokalen Erzeugung hätte auch Folgen in Bezug auf Treibhausgase (THG) und charakteristische örtliche Landschaften und würde das Angebot, aus dem die Verbraucher auswählen können, verringern.

Die heutige EU-Agrarförderung stützt sich im Wesentlichen auf Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebsinhaber.

Die Direktzahlungen sind ein Entgelt für dem Allgemeinwohl dienende Leistungen der Landwirtschaft, die derzeit nicht am Markt honoriert werden. Im Vergleich zu den Produktionsauflagen in Drittländern stellen die Direktzahlungen einen finanziellen Ausgleich für die hohen Umweltschutz-, Klimaschutz-, Tierschutz- und Verbraucherschutzstandards in der EU dar.

Die entkoppelten Direktzahlungen (Betriebsprämie) werden unabhängig von der landwirtschaftlichen Produktion gewährt. So können und müssen die landwirtschaftlichen Betriebe ihre Produktion flexibel und entsprechend ihrer betrieblichen Vermarktungsmöglichkeiten ausrichten.

Zu den Direktzahlungen gilt in der gesamten Europäischen Union seit 2015 folgendes:

Die Zahlungen teilen sich in Basisprämie und Greeningprämie, d.h., beides sind flächenbezogene Direktzahlungen der EU der so genannten 1. Säule.

  • Das Greening der Direktzahlungen in der ersten Säule hat zur Folge, dass Landwirte 30 Prozent ihrer Direktzahlungen, die so genannte Greening-Prämie, nur dann erhalten, wenn sie konkrete, zusätzliche Umweltleistungen erbringen.
  • Das Greening umfasst den Erhalt von Dauergrünlandflächen (wie Wiesen und Weiden), eine verstärkte Anbaudiversifizierung (größere Vielfalt bei der Auswahl der angebauten Feldfrüchte) sowie die Bereitstellung sogenannter "ökologischer Vorrangflächen" auf Ackerland.
  • Das Greening ist verpflichtend für alle Landwirte, die Direktzahlungen beantragen. Ausgenommen vom Greening sind lediglich Betriebe, die unter die Kleinlandwirteregelung (unter 10 ha) fallen, sowie Betriebe des ökologischen Landbaus.
  • Nicht betroffen sind außerdem Betriebe mit ausschließlich Dauerkulturen (z.B. Wein, Obst und Hopfen), da es für Dauerkulturen keine spezielle Greening-Vorschrift gibt. Darüber hinaus gibt es weitere Sonderregelungen für kleinere Betriebe und Betriebe mit hohem Grünlandanteil.

Die Basisprämie wird sich bis 2020 bundesweit auf zirka 176 €/ha verringern. Die Anpassung der Prämie auf ein bundeseinheitliches Niveau erfolgt in drei Schritten in 2017, 2018 und 2019.

 

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Bekanntmachung bestimmter Werte der Zahlungsansprüche für die Basisprämie

vom 20. November 2015

Der gemäß Artikel 25 der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 berechnete Einheitswert der Zahlungsansprüche für die Basisprämie beträgt für die Jahre 2015 bis 2019: 

Einheitswert der Zahlungsansprüche für die Basisprämie 2015 bis 2019 (in Euro je Hektar)

für die Region

für das Jahr 2015 Euro

für das Jahr 2016 Euro

für das Jahr 2017 Euro

für das Jahr 2018 Euro

für das Jahr 2019 Euro

Baden-Württemberg

162,52

161,45

160,38

159,46

158,55

Bayern

188,86

187,61

186,37

185,30

184,23

Brandenburg und Berlin

159,94

158,88

157,83

156,93

156,02

Hessen

157,05

156,02

154,98

154,10

153,21

Mecklenburg-Vorpommern

177,17

176,00

174,84

173,83

172,83

Niedersachsen und Bremen

192,19

190,93

189,66

188,57

187,49

Nordrhein-Westfalen

190,08

188,83

187,57

186,50

185,42

Rheinland-Pfalz

156,79

155,76

154,72

153,84

152,95

Saarland

155,07

154,05

153,03

152,15

151,27

Sachsen

188,00

186,77

185,53

184,46

183,40

Sachsen-Anhalt

187,48

186,24

185,01

183,95

182,89

Schleswig-Holstein und Hamburg

 

188,73

 

187,49

 

186,24

 

185,18

 

184,11

Thüringen

181,61

180,41

179,21

178,19

177,16

Für die Jahre ab 2016 entspricht der gemäß Artikel 25 der Verordnung (EU) Nr. 1307/2015 berechnete Einheitswert der Zahlungsansprüche nicht dem Wert, den die Zahlungsansprüche gemäß dem Direktzahlungen-Durchführungsgesetz (DirektZahlDurchfG) haben werden. Schätzwerte für die Werte der Zahlungsansprüche für die Jahre 2016 bis 2019 werden nachfolgend in Nr.2) bekannt gemacht.

Nr.2) Der Schätzwert eines Zahlungsanspruchs, der sich unter Berücksichtigung der für das jeweilige Jahr in Anwendung der in § 1 Absatz 1 DirektZahlDurchfG genannten Rechtsakte und der zu ihrer Umsetzung und Durchführung erlassenen, zum Zeitpunkt der Bekanntmachung (hier)

vom 16. November 2016

geltenden nationalen Vorschriften ergibt, beträgt für die Jahre 2017 und 2018:

Schätzwert eines Zahlungsanspruchs 2016 bis 2018 (in Euro je Hektar) 

für die Region

für das Jahr 2016 Euro

für das Jahr 2017 Euro

für das Jahr 2018 Euro

Baden-Württemberg

161,45

165,91

170,98

Bayern

187,61

183,94

179,93

Brandenburg und Berlin

158,88

164,85

170,44

Hessen

156,02

162,87

169,45

Mecklenburg-Vorpommern

176,00

174,32

175,15

Niedersachsen und Bremen

190,93

185,86

180,89

Nordrhein-Westfalen

188,83

183,51

179,72

Rheinland-Pfalz

155,76

161,36

168,71

Saarland

154,05

161,39

168,73

Sachsen

186,77

183,19

179,56

Sachsen-Anhalt

186,24

182,98

179,46

Schleswig-Holstein und Hamburg

187,49

183,24

179,60

Thüringen

180,41

179,31

177,63

Der Schätzwert eines Zahlungsanspruchs, der sich unter Berücksichtigung der für das jeweilige Jahr in Anwendung der in § 1 Absatz 1 DirektZahlDurchfG genannten Rechtsakte und der zu ihrer Umsetzung und Durchführung erlassenen, zum Zeitpunkt dieser Bekanntmachung geltenden nationalen Vorschriften ergibt, beträgt für das Jahr 2019 175,97 Euro.

Die Werte der Zahlungsansprüche für die Jahre ab 2017 werden später jeweils bekannt gemacht werden.

Weitere länderübergreifende statistische Informationen zu den Direktzahlungen 2015 mit Schichtungstabellen nach einzelnen Prämienarten (Zahl der Antragsteller und die gewährten Beträge) finden Sie unter Statistik und Berichte des BMEL.

Letzte Aktualisierung: 02.08.2017