Arbeitskräfte

„Arbeitgeber Landwirtschaft“

Kartoffelkontrolle © MLUL; OffergeldLandwirtschaftliche Betriebe entwickeln Strategien, um ihre Arbeitsplätze und ihr Familieneinkommen zu erhalten und um den Hof in die nächste Generation zu führen. Die Möglichkeiten sind hierbei sehr individuell und werden durch Rationalisierung, Erhöhung der betrieblichen Wertschöpfung und durch Einkommenskombinationen bestimmt.

Gemäß der amtlichen Statistik 2016 arbeiteten in den 5.400 Brandenburger Landwirtschaftsbetrieben insgesamt 38.900 Arbeitskräfte. Drei Jahre zuvor waren es noch 39.400 Personen. Der Anteil Vollbeschäftigter blieb 2016 mit 15.900 Personen, das sind 41 Prozent, gegenüber 2013 nahezu unverändert. Vergleichsweise stärkere Veränderungen traten bei den Familienarbeitskräften auf. Bereits im Vergleich 2010 zu 2013 zeigt sich ein starker Rückgang um 8 Prozent. Dieser Trend setzte sich bis 2016 mit einer weiteren Reduzierung um 3,5 Prozent auf 5.500 Personen etwas abgeschwächt fort.

Im Vergleich der Bundesländer arbeiten im Land Brandenburg und den neuen Ländern – auch aufgrund der sehr unterschiedlichen Betriebsstrukturen – wesentlich mehr familienfremde Arbeitskräfte. Dort, wo Gemüse-, Obst- und Weinbau betrieben wird, gibt es auch einen großen Anteil an Saisonarbeitskräften (Personen mit einem Arbeitsvertrag, der auf weniger als 6 Monate im Jahr befristet ist). Rund 30 Prozent der Mitarbeiter wurden in Deutschland saisonal eingesetzt. In Brandenburg sind es sogar knapp über 40 Prozent aller Arbeitskräfte (Personen).

Der Arbeitskräftebesatz in der Landwirtschaft Ostdeutschlands ist mit durchschnittlich 1,8 AK-E je 100 ha LF deutlich geringer als im Süden mit 4,6 AK-E je 100 ha LF. Im Land Brandenburg liegt er bei 1,7 AK-E je 100 ha LF. Auch im Norden Deutschlands weisen die Betriebe mit 3,0 AK-E vergleichsweise geringe AK-E Zahlen aus.

Regionale Unterschiede beim AK-E-Besatz je 100 ha LF auch innerhalb der Bundesländer werden in der nachfolgenden Aggregationsebene nicht deutlich (Höhenlage, Ballungsräume, Sonderkulturen etc.). So weisen Sonderkulturbetriebe insgesamt mit der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung Gartenbau und Dauerkulturen einen deutlich höheren Arbeitskräftebesatz aus als Ackerbau- oder Veredlungsbetriebe.

Arbeitskräfte in der Pflanzen- und Tierproduktion nach Beschäftigungsgrad 2005 bis 2016 im Land Brandenburg
Arbeitskräfte 2005 2007 2010 2013 2016 2016:2013   (%)
Arbeitskräfte aller Rechtsformen gesamt (Personen) 39.683 38.568 36.505 39.400 38.900 98,7
davon     
Familienarbeitskräfte1) der Einzelunternehmen ges. 8.235 8.359 6.185 5.700 5.500 96,5
darunter vollbeschäftigt 2.198 2.229 2.104 2.100 2.000 95,2
Familienfremde Arbeitskräfte 31.448 30.209 30.320 33.700 33.400 99,1
darunter vollbeschäftigte ständige Arbeitskräfte 14.607 13.512 14.160 14.400 13.900 96,5
nicht ständig beschäftigte Arbeitskräfte (Saison AK-E) 13.562 12.837 12.492 15.900 15.700 98,7
Betriebliche Arbeitsleistung gesamt (AK-E) 22.501 21.317 22.479 22.800 22.300 97,8
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (AfS), Agrarstrukturerhebung; 1)einschließlich Betriebsinhaber

Wesentliche Ursache für starke Verringerung der Beschäftigten von 2007 auf 2010 sind die erhöhten Erfassungsgrenzen gemäß novelliertem Agrarstatistikgesetz und der somit verminderte Berichtskreis.

Der Anstieg der Beschäftigtenzahlen laut Erhebungen 2010 und 2013 betrifft insbesondere Saisonarbeitskräfte, deren Anzahl in Gartenbaubetrieben aufgrund von Anbauerweiterungen, zum Beispiel bei Spargel und Erdbeeren zugenommen hat.

Arbeitskräfte in der Pflanzen- und Tierproduktion nach Rechtsformen 2016 im Land Brandenburg
Rechtsform AK-E Personen AK-E je 100 ha LF  Personen je 100 ha LF
Anzahl  Anteil Anzahl  Anteil
(%) (%)
Unternehmen insgesamt (alle Rechtsformen) 22.300 100,0 38.900 100,0 1,7 3,0
 davon
Natürliche Personen 10.500 47,1 24.000 61,7 1,8 4,2
 davon      
 Einzelunternehmen 5.400 24,2 10.500 27,0 1,6 3,1

Personengesellschaften(einschl. Personengemeinschaften)

5.100 22,9 13.500 34,7 2,2 5,8
Juristische Personen 11.800 52,9 14.900 38,3 1,6 2,0
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (AfS), Agrarstrukturerhebung 2016

Arbeitskräfte in landwirtschaftlichen Betrieben nach der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung 2016 im Land Brandenburg
Betriebs    wirtschaftliche    Ausrichtung Insgesamt Davon
Betriebe LF LF je Betrieb Arbeitskräfte davon Arbeitsleistung Arbeitsleistung
    je 100 ha
    LF
Familienarbeitskräfte ständige Arbeitskräfte Saisonarbeitskräfte
männlich weiblich zusammen Arbeitsleistung zusammen Arbeitsleistung zusammen Arbeitsleistung
Personen AK-E Personen AK–E Personen AK–E Personen AK–E

Anzahl  in 1.000

1.000 Hektar Anzahl in 1.000 Anzahl in 1.000
  Insgesamt Insgesamt
Ackerbau              1,93  508,7  263,0  17,4  12,8  4,6  6,4  1,3  1,9  1,0  3,5  3,1  12,0  2,3
Gartenbau             0,13  1,8  13,9  2,1  0,8  1,4  1,2  65,1  0,2  0,1  0,8  0,8  1,1  0,3
Dauerkulturen         0,12  4,8  39,3  2,4  1,2  1,2  0,6  13,1  0,1  0,1  0,3  0,2  2,0  0,3
Futterbau (Weidevieh)  2,06  360,7  175,3  8,2  5,4  2,8  6,5  1,8  2,2  1,4  5,7  5,1  0,2  0,0
Veredlung             0,19  18,1  93,6  1,7  1,0  0,7  1,5  8,3  0,1  1,6  1,4  0,0  0,0
Pflanzenbauverbund  0,07  6,8  97,6  0,3  0,2 0,1  2,9 0,1  0,0  0,1  0,0
Viehhaltungsverbund      0,08  44,5  560,7  1,1  0,8  0,3  1,0  2,3  1,0  1,0  0,0
Pflanzenbau-    Viehhaltungsverbund     0,83  372,5  449,4  5,7  4,0  1,7  4,9  1,3  0,8  0,6  4,6  4,3  0,3  0,1
Insgesamt             5,41 1 317,9  243,4  38,9  26,2  12,8  22,3  1,7  5,5  3,3  17,8  16,0  15,7  3,0
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (AfS), Agrarstrukturerhebung 2016

Landwirtschaftliche Betriebe
Arbeitskräfte in landwirtschaftlichen Betrieben 2016 nach Bundesländern
Bundesländer Arbeitskräfte Arbeitsleistung Davon
Familien­arbeits­kräfte Ständige Arbeits­kräfte Saison­arbeits­kräfte
insgesamt insgesamt
Personen AK-E Personen

 Anteil an Personen insgesamt

%

AK-E Personen

 Anteil an Personen insgesamt

%

AK-E Personen

 Anteil an Personen insgesamt

%

AK-E
1.000
Deutschland 940,1 490,1 449,1 48 270,9 204,6 22 167,0 286,3 30 52,1
Baden-Württemberg 148,4 63,4 72,7 49 38,4 22,2 15 15,5 53,5 36 9,6
Bayern 223,1 124,4 161,9 73 99,9 23,8 11 18,0 37,4 17 6,4
Brandenburg 38,9 22,3 5,5 14 3,3 17,8 46 16,0 15,7 40 3,0
Hessen 50,7 22,1 27,2 54 13,9 7,7 15 5,9 15,8 31 2,3
Mecklenburg-Vorpommern 23,9 16,4 4,4 18 2,6 13,7 57 12,5 5,8 24 1,3
Niedersachen 130,3 68,9 59,2 45 39,2 27,4 21 21,3 43,7 34 8,4
Nordrhein-Westfalen 117,0 59,0 52,7 45 33,1 23,1 20 18,1 41,2 35 7,8
Rheinland-Pfalz 80,3 32,9 26,7 33 15,9 11,7 15 9,1 41,9 52 8,0
Saarland 3,4 1,7 2,1 62 1,1 0,7 21 0,5 0,6 18 0,1
Sachsen 32,4 21,7 7,8 24 4,4 17,9 55 16,2 6,7 21 1,0
Sachsen-Anhalt 25,3 16,3 4,1 16 2,5 14,2 56 12,4 7,0 28 1,0
Schleswig-Holstein 39,8 23,1 19,3 48 13,4 10,0 25 0,8 10,5 26 1,8
Thüringen 22,7 15,8 4,1 18 2,3 13,3 59 12,7 5,3 23 1,1
Stadtstaaten 3,8 2,3 1,4 37 1,0 0,9 24 0,8 1,4 37 0,4
Quelle: Statistisches Bundesamt: Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2016
AK-E = Arbeitskräfteeinheit: Maßeinheit der Arbeitsleistung einer im landwirtschaftlichen Betrieb vollbeschäftigten und nach ihrem Alter voll leistungsfähigen Arbeitskraft. Die Arbeitsleistung einer mindestens 40 Wochenstunden tätigen Person wird dabei mit einer AK-E angesetzt, ein(e) Teilzeitbeschäftigte(r) entsprechend weniger.

Hinweis: Aufgrund unterschiedlicher Erfassungsmodalitäten sind die Ergebnisse zu Arbeitskräften aus der Agrarstrukturerhebung sowie aus der Erwerbstätigenrechnung untereinander nicht vergleichbar !

Letzte Aktualisierung: 27.04.2018