Schaderregerüberwachung

"Fachlich - sachlich - wirkungsvoll"

Ackerschnecke unter Beobachtung © J. NeumannDas Auftreten von Krankheiten und Schaderregern in unseren Kulturpflanzenarten unterscheidet sich je nach Witterungsverlauf und Region  von Jahr zu Jahr deutlich. Um die Landwirte aktuell zu informieren, erfassen die Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes vor Ort Auftreten und Entwicklung von bedeutenden Schaderregern.

Ziel des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz ist es, Krankheiten und Schädlinge wirkungsvoll zu bekämpfen und gleichzeitig den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmaßnahmen auf das – gesetzlich geforderte – notwendige Maß zu begrenzen.

Die fachlichen Grundlagen für den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz werden in eigenen Pflanzenschutzversuchen erarbeitet. Themen sind: Die Schließung von Bekämpfungslücken in kleineren Kulturen, Erarbeitung von Lösungen für spezielle Schaderreger (z. B. Ambrosiabekämpfung), Überprüfung von Prognosemodellen vor der Praxiseinführung, Minderung der Mycotoxinbelastung im Erntegut sowie die Erarbeitung optimierter Pflanzenschutzstrategien zur Resistenzvermeidung. Um bei der begrenzten Anzahl der Brandenburger Versuche eine statistisch abgesicherte Aussagefähigkeit zu gewährleisten, werden gemeinsame Problemlösungen mit den anderen Bundesländern erarbeitet. Überdies führt der Pflanzenschutzdienst amtliche Prüfungen von Pflanzenschutzmitteln durch, deren Ergebnisse im Zulassungsverfahren Berücksichtigung finden.

In der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt ist der unmittelbare Zusammenhang von Pflanzenschutz und Verbraucherschutz. Gerade in Jahren mit feuchter und warmer Witterung zur Blütezeit des Getreides wird die Entwicklung von Fusarium-Pilzen begünstigt. Diese Pilze produzieren bei ihrer Entwicklung starke Giftstoffe (u. a. DON, ZEA, T2 und HT2), die dann im Getreide nachweisbar sind. Durch die Einhaltung von Fruchtfolgen in Kombination mit chemischen Maßnahmen zur Blütezeit des Getreides lässt sich der Gehalt dieser Stoffe im Getreide wirkungsvoll reduzieren. Das Land Brandenburg überwacht die Situation im Rahmen des Mycotoxinmonitorings.

Der Pflanzenschutzdienst ist auch Ansprechpartner bei Fragen und Problemen mit Schädlings- und Krankheitsbefall im Haus- und Kleingarten.

 

Schaderregerüberwachung in den Hauptkulturen 2017
Kultur  Anzahl
Schläge

Anzahl Bonituren

Zeitraum
Winterweizen 24/29 je 9 BBCH   10-87
Wintergerste 27/30 je 8 BBCH   10-71
Winterroggen 16/21 je 7 BBCH   10-75
Wintertriticale 17/18 je 8 BBCH   10-87
Zuckerrüben 10 je  10 BBCH   10-49
Mais 19 je  3 BBCH   51-87
Winterraps 28/30 je  7* BBCH   10-99
Kartoffeln 8 je  7 BBCH   26-49
Blattlauswarndienst
Kartoffeln
2 2 je Woche 19. –   34. Kalenderwoche
Sonnenblumen 13 je  2 BBCH 63-87
*zur aktuellen Befallseinschätzung relevanter tierischer Schaderreger
Quelle: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF): Pflanzenschutzdienst 3/2018

 

Überwachte Schaderreger Ackerbau 2017
Kultur Schadererger
Winterweizen

Microdochium nivale, Typhula, Virosen, Ascochyta,  Echter Mehltau, Septoria tritici, Septoria nodorum,  Braunrost, Gelbrost, Schwarzrost, nichtparasitäre Blattflecken, DTR, Botrytis, Weißährigkeit, Halmbruch, Rhizoctonia, Fusariosen, Mykotoxine, Bestandesdichten (Herbst/Frühjahr)

Getreideblattläuse als Virusvektoren bzw. Direktschädlinge, Erdraupen, Fritfliege, Brachfliege, Ackerschnecke, Getreidelaufkäfer, Getreidehähnchen, Getreideminierfliege, Weizenhalmfliege

Wintertriticale

Microdochium nivale, Typhula, Ascochyta,  Echter Mehltau, Rhynchosporium, Septoria tritici, Septoria nodorum,  Braunrost, Gelbrost, Schwarzrost, nichtparasitäre Blattflecken,Botrytis, Weißährigkeit, DTR, Mutterkorn, Halmbruch, Rhizoctonia, Fusariosen, Mykotoxine, Bestandesdichten (Herbst/Frühjahr)

Getreideblattläuse als Virusvektoren bzw. Direktschädlinge, Erdraupen, Fritfliege, Ackerschnecke, Getreidelaufkäfer, Getreidehähnchen, Getreideminierfliege, Thripse, Weizenhalmfliege

Wintergerste

Microdochium nivale, Typhula, Virosen, Ascochyta, Botrytis, Flugbrand, Echter Mehltau, Netzfleckenkrankheit, Rhynchosporium, Zwergrost, nichtparasitäre Blattflecken, Ramularia, Weißährigkeit, Bestandesdichten (Herbst/Frühjahr)

Getreideblattläuse als Virusvektoren bzw. Direktschädlinge, Erdraupen, Fritfliege, Ackerschnecke, Getreidelaufkäfer, Getreidehähnchen, Getreideminierfliege, Thripse, Weizenhalmfliege

Winterroggen

Microdochium nivale, Typhula, Ascochyta,  Echter Mehltau, Rhynchosporium, Braunrost, Schwarzrost, nichtparasitäre Blattflecken, Mutterkorn, Weißährigkeit, Botrytis, Halmbruch, Rhizoctonia, Fusariosen, Bestandesdichten (Herbst/Frühjahr)

Getreideblattläuse als Virusvektoren bzw. Direktschädlinge, Erdraupen, Fritfliege, Ackerschnecke, Getreidelaufkäfer, Getreidehähnchen, Getreideminierfliege, Thripse, Weizenhalmfliege

Winterraps

Phoma, Sklerotinia, Verticillium, Botrytis, Cylindrosporium, Pseudocercosporella capsella, Echter Mehltau, Falscher Mehltau, Kohlhernie, Bestandesdichten (Herbst/Frühjahr), Wüchsigkeitskriterien

Blattläuse, Ackerschnecke, Erdraupen, Rapserdfloh, Kohlmotte, Kohlweißlinge, Rübsenblattwespe, Kohlgallenrüssler, Schwarzer Kohltriebrüssler, Kohlfliege, Mauszahnrüssler,  Blattminierfliege, Weiße Fliege, Großer Rapsstängelrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler, Rapsglanzkäfer, Kohlschotenmücke, Kohlschotenrüssler

Zuckerrüben

Bakterielle Blattfleckenkrankheit,  Alternaria, Cercospora, Ramularia, Phoma, Echter Mehltau, Rübenrost, Rhizictonia, Gürtelschorf

Rübenaaskäfer, Rübenerdfloh, Schwarze Rübenblattlaus, Grüne Pfirsichblattlaus, Rübenfliege, Erdraupen, Gammaeulen, Spinnmilben, Schattenwickler

Mais

Maisbeulenbrand, Maisrost, Hermaphroditismus, Turcicum Blattflecken, Kabatiella- Blattflecken, Carbonum- Blattflecken, Phoma-Blattflecken, Maiskopfbrand, Fusariosen, Mykotoxine

Maiszünsler, Blattläuse, Erdraupen, Gammaeulen, Getreidehähnchen, Spinnmilben, Schnecken, Westlicher Maiswurzelbohrer

Kartoffeln

Krautfäule, Alternaria, Botrytis, Colletotrichum, Rhizoctonia, Sklerotinia, Schwarzbeinigkeit, Dickeya spp., Stängelnassfäule, Bakterienringfäule, Schleimkrankheit, Vorerntebonitur

Kartoffelkäfer, Blattläuse, Erdraupen, Gammaeulen,  Kartoffelerdflöhe

Sonnenblume

Botrytis, Sklerotinia, Phoma, Phomopsis, Verticillium, Septoria- Blattflecken, Sonnenblumenrost

Blattläuse, Strauzia longipennis, Gammaeulen, Maiszünsler

Quelle: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF): Pflanzenschutzdienst 3/2018

 

Nutzung von Gelbschalen, Pheromon- und Sonstigen Fallen zur Schaderregerüberwachung 2017    
Kultur Schaderreger   Anzahl Standorte in 2017
Gelbschale Pheromonfalle Lichtfalle
Winterraps/Frühjahr Großer Rapsstängelrüssler  28*         
Gefleckter Kohltriebrüssler
Rapsglanzkäfer
Kohlschotenrüssler
Mauszahnrüssler
Winterraps/Herbst Rapserdfloh 30*
Kohlfliegen 
Kohlmotte
Rübsenblattwespe
Kohlgallenrüssler
Schwarzer Kohltriebrüssler
Rapsglanzkäfer
Mauszahnrüssler
Kartoffeln Virusvektoren 2
Wintersaateule     
Futtererbsen Erbsenwickler 9  
Mais Maiszünsler   2
Diabrotica 11  
* einschließlich Linienbonituen pro Kontrolltermin (in der Regel zweimal pro Woche)
Quelle: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF): Pflanzenschutzdienst 3/2018

 

Kontrolle zur Apothezienkeimung und Sporulation von Sclerotinia sclerotiorum im Depot und auf Vorjahresschlägen- Entscheidungshilfe Blütenbehandlung Winterraps 2017
Kultur Anzahl Standorte Boniturzeitraum
Sklerotiendepots Vorjahresschläge
Winterraps 18 5 16. bis 21. Kalenderwoche
Quelle: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF): Pflanzenschutzdienst 3/2018

 

Anzahl Warndiensthinweise im Abonnement
Fachgebiet Anzahl 2017
Ackerbau 48
Quelle: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF): Pflanzenschutzdienst 3/2018

 

Exaktbonituren und Versuche zur Validierung von Entscheidungshilfen in 2017
Kultur Entscheidungshilfe Anzahl   Schläge  Anzahl  Zeitraum
Bonituren
Winterweizen SEPTRI  28 (SEÜ) je 4 BBCH 32- 83

1 Versuch

(Nuhnen)

je 4 BBCH 32- 83
Winterweizen SIMCERC 28 (SEÜ) je 1 BBCH 75
Winterroggen SIMCERC 20 (SEÜ) je 1 BBCH 75
Wintertriticale SIMCERC 19 (SEÜ) je 1 BBCH 75
Winterraps SkleroPro 29 (SEÜ) je 2  BBCH 75 und nach der Ernte (Stoppel)
2 Versuche je 3 nach der Ernte
Zuckerrüben CERBET 12 (SEÜ) je 6 BBCH 31- 49
Kartoffeln SIMPHYT 8 (SEÜ) je 6 BBCH 26- 48
Quelle: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF): Pflanzenschutzdienst 3/2018

 

Resistenz- und Sensitivitätsuntersuchungen 2017
Untersuchungsart Anzahl
Untersuchungen zum Resistenzstatus bei Tierischen Schaderregern in Raps mit unterschiedlichen Wirkstoffgruppen
Tierischer Schaderreger Untersuchte Populationen
Rapserdfloh 4
Rapsglanzkäfer 44
Großer Rapsstängerüssler 3
Gefleckter Kohltriebrüssler 3
Sensitivitätsuntersuchung bei Pilzpathogenen mit unterschiedlichen Wirkstoffgruppen
Kultur Pilzpathogen Schläge
Winterraps Sklerotinia-Weißstängeligkeit 5
Winterweizen Septoria-Blattflecken 11
Wintergerste Netzfleckenkrankheit 19
Wintergerste Zwergrost 5
Wintergerste Ramularia 5
Winterweizen Helminthosporium-Blattdürre 2
Triticale Echter Mehltau 5
Winterroggen Braunrost 7
Zuckerrüben Cercospora 3
Untersuchungen zum Resistenzstatus bei Ungrasarten
Ungrasarten  Proben
Windhalm (Apera spica-venti) 17
Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides) 7
Dikotyle (Kornblume, Amarant) 2
Quelle: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF): Pflanzenschutzdienst 3/2018

Letzte Aktualisierung: 27.03.2018