Flubereinigung

"Aktive Landentwicklung durch Bodenordnung"

Flurbereinigung einfach erklärt © MLUL; OffergeldDie Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz stehen traditionell im Dienst einer integrierten Entwicklung der ländlichen Räume. Neben der Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft dienen sie dazu, die Landnutzungskonflikte aufzulösen, welche durch die vielfältigen öffentlichen und privaten Ansprüche an die Bodennutzung entstehen. Sie helfen entscheidend bei der Umsetzung der wasser-, boden- und naturschutzgesetzlichen Belange und bei der eigentums- und umweltverträglichen Einbindung von öffentlichen Vorhaben.

Die Flurbereinigung bleibt für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe, insbesondere durch Flächenzusammenlegung und Wegebau unverzichtbar und leistet wertvolle Beiträge zur Entwicklung des ländlichen Raumes beispielsweise durch Ermöglichen wasserbaulicher und naturschutzfachlicher Vorhaben. Auch ist es zur Vermeidung von Enteignungen möglich, den hohen Flächenbedarf bei infrastrukturellen Bauvorhaben für die betroffenen Eigentümer verträglicher zu gestalten.

Durch die aktive Einbindung aller Akteure im ländlichen Raum und intensive Bürgermitwirkung werden einvernehmliche Lösungen angestrebt. Unparteiisches Verhalten und Einfühlungsvermögen in die jeweilige Interessenlage der Betroffenen, der Grundeigentümer, der Pächter, der Gemeinden, der anderen Planungsträger und sonstigen Interessenvertretern machen die Flurbereinigungsbehörde zu einem Treuhänder der Grundeigentümer und zu einem anerkannt neutralen Vermittler. Die Interessen der Teilnehmergemeinschaften werden im Land Brandenburg weitgehend durch den Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung wahrgenommen.

Flurbereinigungsverfahren bieten eine Fülle von Gestaltungs- und Ausgleichsmöglichkeiten, mit denen es aller Erfahrung nach gelingt, ein hohes Maß an Zustimmung aller Beteiligten bei der Umsetzung der Verfahrensziele zu erreichen. Der hoheitliche Charakter der Flurbereinigung ermöglicht aber auch dort rechtlich tragfähige Lösungen, wo gegenläufige Einzelinteressen Konflikte hervorrufen.

Schwerpunkte der Bodenordnung sind die Bergbaufolgelandschaften der Lausitz, das Oderbruch, das Unternehmensflurbereinigungsverfahren „Unteres Odertal“, der Bereich der Elbauenlandschaft in der Prignitz sowie die Unternehmensverfahren für den Autobahnneubau BAB 14.

Die Flurbereinigung hat sich im Laufe der letzten 25 Jahre im Land Brandenburg zu einem zentralen Element einer zukunftsorientierten Landentwicklung entwickelt. Von den seither angeordneten 173 Bodenordnungsverfahren mit einer Gesamtfläche von 285.000 ha wurde in 78 Verfahren (101.000 ha) die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse erreicht. Im Flurbereinigungsprogramm sind die jährlichen Zielstellungen zum Abschluss und zur Anordnung der Verfahren nachzulesen.

Die Grafik zeigt eine Bearbeitungsstatistik über die seit 1992 durchgeführten großen Bodenordnungsverfahren im Land Brandenburg.

Grafik: Verfahrensbearbeitung große Bodenordnungsverfahren (BOV)Bodenordnungsverfahren © MLUL


Eckpunkte der Bearbeitung eines Bodenordnungsverfahrens:

Anordnung > Ermittlung der Beteiligten > Wertermittlung > Wege- und Gewässerplan > Planwunschgespräche > Besitzeinweisung > Bodenordnungsplan > Ausführungsanordnung > Schlussfeststellung

Letzte Aktualisierung: 12.04.2018