Weinbau

"Mit Stolz - Historisch belegten Weinbau aufleben lassen"

Weinberg Wolfshügel in Jerischke © MLUL; "Weinland Brandenburg"Der Weinbau hat in der Mark Brandenburg eine lange Tradition. Obwohl die Rebfläche in Brandenburg nur sehr klein ist, gibt es doch eine sehr vielfältige und interessante Weinbaulandschaft. Mit der Wiedervereinigung musste in Brandenburg das gesamte europäische und nationale Weinrecht eingeführt werden – und das setzt vor allem Grenzen beim Rebrecht. Ohne Rebrechte geht es nicht, denn im europäischen Binnenmarkt sollen der Anbau und damit die Preise möglichst stabil gehalten werden.

Die Rebfläche Brandenburgs beträgt aktuell ca. 30 Hektar, dazu kommen ca. 3 Hektar aus alten Pflanzrechten. In der neuen, bundesweiten Vergabe von Rebrechten wurden 2016 in Brandenburg 2,8 Hektar neu zugeteilt. 95 Prozent der Rebflächen konzentrieren sich heute in den südlichen Landesteilen sowie in Werder (Havel).

Obwohl die Rebfläche in Brandenburg nur sehr klein ist im Vergleich zu den über 102.000 Hektar in Deutschland insgesamt, so gibt es doch eine sehr vielfältige und interessante Weinbaulandschaft.

80 Prozent der Rebfläche wird von Einzelunternehmen bewirtschaftet. Darunter sind einige Betriebe, die den Weinbau sehr intensiv und professionell betreiben und die den Anspruch an einen Vollerwerbsbetrieb erfüllen können. Weinbauvereine bewirtschaften rund ein Fünftel der gesamten Rebfläche.

Der Wandel von einem flächendeckenden Weinbau zu einem Anbau auf klimatisch begünstigten Wärmeinseln hat sich schon über einen langen Zeitraum vollzogen.

95 Prozent der Rebflächen konzentrieren sich heute in den südlichen Landesteilen sowie in Werder/ Havel.

Bezeichnungen der deutschen Weinbaugebiete sind im Weingesetz und der Weinverordnung geregelt. Es werden Anbaugebiete für Qualitätswein sowie für Landwein unterschieden. Die in den Neunzigerjahren bestehenden Anbauflächen wurden zu den Qualitätsweinanbaugebieten Sachsen (Schlieben im Landkreis Elbe-Elster) sowie Saale-Unstrut (Werder/Havel im Landkreis Potsdam-Mittelmark) zugeordnet. Die Mehrzahl der Rebflächen in Brandenburg gehört heute zu dem seit 2007 zugelassenen Landweingebiet Brandenburg.

In den letzten Jahren gab es einen leichten Anstieg der Erträge. 2016 wurden über 1.500 Hektoliter geerntet nach knapp 1.400 Hektolitern in 2015. Dies war jeweils über das Doppelte gegenüber dem Mittel der Vorjahre, in denen die Erzeugung zwischen 300 und 600 Hektolitern Wein lag. Die Hektarerträge sind überwiegend niedrig und liegen über alle Betriebe und Sorten im Mittel zwischen 30 und 60 Hektolitern pro Hektar.

 

Weinbaubetriebe und Rebfläche 2015 nach Art der Erzeugung im Land Brandenburg
Merkmal Betriebe Rebfläche
Anzahl ha
Rebfläche insgesamt                                                39  29
und zwar:                                                          
im Ertrag stehende Rebfläche mit Keltertraubensorten   (Zusammen)               30  24
davon:
geeignet zur Erzeugung von Weinen mit geschützter   Ursprungsbezeichnung         10 .
geeignet zur Erzeugung von Weinen mit geschützter geographischer Angabe  20 .
noch nicht im Ertrag stehende Rebfläche mit Keltertraubensorten  (Zusammen)    19  6
davon:
geeignet zur Erzeugung von Weinen mit geschützter   Ursprungsbezeichnung         6 .
geeignet zur Erzeugung von Weinen mit geschützter geographischer Angabe       13 .
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2016: Grunderhebung der Rebflächen 2015;  Fachserie 3 Reihe  3.1.5

 

Mit Keltertrauben bestockte Rebfläche 2017 nach Rebsorten (in ha) im Land Brandenburg
Rebsorte

Insgesamt

2017

in ha

Weiße Ertragsrebsorten
darunter:
Bacchus 1
Burgunder, Weißer 1
Goldriesling 0
Johanniter 2
Merzling 0
Müller-Thurgau 2
Phoenix 0
Riesling, Weißer 1
Ruländer (Burgunder, Grauer) 1
Solaris 2
Traminer, Roter (Gewürztraminer) 0
Sonstige weiße Rebsorten (einschl. gemischte weiße Sorten und Versuchsanbau) 4
Weiße Ertragsrebsorten zusammen 19
 
Rote Ertragsrebsorten
darunter:
Acolon 0
Cabernet Cortis 1
Dornfelder 1
Regent 5
Rondo 1
Sonstige rote Rebsorten (einschl. gemischte rote Sorten und Versuchsanbau) 2
Rote Ertragsrebsorten zusammen 11
Keltertraubensorten insgesamt (31)
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2018: Landwirtschaftliche Bodennutzung - Rebflächen - 2017
Letzte Aktualisierung: 17.05.2018